† Peter Amann

 

 

Schlenderte man an der stets offenen Tür von Peter Amann und Ellen

Erns Wohnung vorbei, bot Ellen einem immer einen Kaffee an. Sofort verfielen

die Beiden mit einem in Plaudereien über die Welt im Allgemeine, die Kunst im

Besonderen und was diesbezüglich noch alles gemacht werden musste. Ein Ort der

Begegnung, in dem ein Geist wohnt, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Es gibt nur wenige Menschen, die so viele Geschichten in sich vereinten und im

Außen und ihrem Inneren mit gleicher Intensität gelebt haben.

Peter Amann, eine Institution – einer der bekanntesten Solinger Zeitgenossen die

etwas wirklich Essentielles in Solingen hinterlassen.

Dieser im wahrsten Sinne große Mann lebt nun nicht mehr.

Wenn Peter Amann in seiner Werkstatt an dem großen Tisch saß, zeigte er in den

akribisch geordneten Regalen auf irgendeinen Gegenstand und erzählte dazu eine

Geschichte oder Anekdote. Ein paar Tage später stand an dem gleichen Ort ein

neues Objekt, das etwas völlig Neues aus dem Alten darstellte, eine neue

Geschichte erzählte. Ein Kreislauf des immer wiederkehrenden Lebens.

Diese Geschichten gab es zu Allem, was in dieser märchenhaften Welt verweilte. Die

Dinge, die seinen Kosmos bewohnten, die er als beschützender König respektvoll

behandelte, mit denen er zusammen neue Welten entstehen ließ. Eine großartige

Symbiose zwischen Innen und Außen, Imagination und Intuition, Handwerk und

Einfühlsamkeit.

Das waren einige seiner bemerkenswertesten Eigenschaften, diese große

Bandbreite, die ihn letztlich zu einem der originellsten Künstler Solingens machte. Der

vor Ideen sprühte und der sich zwischen alle Stühle setzen konnte.

Peter Amann war eine imposante Erscheinung, die Respekt einflößen konnte. Er

konnte lautstark streiten und klare Worte finden, wenn es darum ging Mechanismen

oder Verhaltensweisen zu entlarven. Er war authentisch, integer, ein Mensch an dem

jegliches Gehabe und Blendwerk abprallte.

Hinter dieser rauen Schale steckte aber eben ein genauer Beobachter, der nicht weg

schaute, der hilfsbereit war, im positiven Sinne Mitleid haben konnte und immer wieder

versöhnlich war.

Die Güterhallen waren seine Idee, seinerzeit aus der Not heraus geboren ein

ausreichend großes Atelier zu Verfügung haben zu müssen. Ein Zufall half ihm, als

Anfang der 2000er Jahre über das Schicksal der maroden Güterhallen entschieden

werden musste. Peter schlug der Stadt vor, sein geplantes Atelier dort zu errichten.

Die Stadt schlug ein und von 2004 an, entwickelte sich dieses Projekt dann bis heute

zu einem der wichtigsten Kulturstandorte im Bergischen Land. Peter Amann hat sich

für dieses Projekt im vollen Umfang verantwortlich gefühlt, Tag und Nacht. Er hat es

verstanden, gegen viele Widerstände und Katastrophen, alle Protagonisten, die

diesen Planeten seit seiner Eröffnung 2006 beseelten, zu vereinen und zusammen

mit diesen vielen Künstlern einen eigenen, ungemein kreativen Kosmos weit über

Solingen hinaus bekannt zu machen. Eine Leistung, die ihn letztlich auch immer

wieder gesundheitlich an seine Grenzen führte.

Und so gäbe es gleichermaßen viel über Peter Amann zu erzählen. Er, der als

Büroangestellter anfing, der aufgrund einiger Schicksalsschläge in den ´70ern allein

mit seinem Motorrad allem entfliehen wollte, in Afghanistan aufgeben musste und

zurückkehrte. Er, der in seinen jungen Jahren Saxophon spielte, sich ausprobierte,

ein Freigeist, der in kein Korsett passte und zwangsläufig kreative Prozesse immer

stärker zu seinem Lebensinhalt machte. Die Kunst, das Gestalten nahm immer mehr

kreativen Raum in seinem Gedanken ein. Zuerst kunsthandwerklich, in Form von

Möbeln, bis hin zum freien Arbeiten in überaus phantasievoller Objektgestaltung.

In den letzten Jahren zwang ihn sein Gesundheitszustand zu immer längeren

Arbeitspausen. Er war nur noch selten in der Werkstatt zu sehen, hielt aber die

Fäden der Güterhallen fest in der Hand. Ende des Jahres 2021 übernahm er sogar noch den ersten Vorsitz der Güterhallen.

Sein letztes Lieblingsprojekt war die umfangreiche Gestaltung eines Bauwagens, dessen

Vollendung er nun leider nicht mehr miterleben kann.

Jeder der Peter Amann kannte weiß mindestens eine paar Geschichten selbst über

ihn zu erzählen. Seine kurz angebundene, pointierte Art zu sprechen, sein

menschliches Wesen, seine Begeisterung für die Kunst mit dem Blick auf Förderung

und Hilfestellungen, sein bissiger Humor.

Das alles machte ihn zu dem was er war: Ein liebenswerter Mensch und Künstler mit

einem großen Herzen. Der über sich hinausschauen konnte und für dass, was er tat

und dachte, kompromisslos eintrat. Dieses Herz hat aufgehört zu schlagen.

Lieber Peter, wir vermissen Dich unendlich. Wir sind ohne Worte.

Alles wird anders werden aber Du lebst mit und in uns weiter.

 

Text: Ingo Schleutermann

 





Für die Angaben zu den Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops sind die Ateliers selbst verantwortlich. 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Ateliers bzw. Künstler.


Konzerte im Oktober

Im Atelier Pest Projekt:

Freitag, 14. Oktober um 20:00 

Lüül & Band

 

Der umtriebige Berliner Musiker hat ein neues, wunderbares, abwechslungsreiches Album im Gepäck: Der Stille Tanz. Es wurde gerade mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Darin reflektiert er die letzen zwei Jahre auf die ihm eigene Art und zieht darin einen musikalischen und textlichen Bogen seines ereignisreichen Lebens.  

 

40 Jahre Musikgeschäft, von den Krautrockbands Agitation Free und Ash Ra Tempel über Nico, Neuer Deutscher Welle und den 17 Hippies - da hat einer was zu erzählen. Beziehungskisten, Zeitkritisches und Alltägliches fasst Lüül in Worte und setzte sie mit angerauter Stimme ausdrucksstark in Szene. Das hat einen guten Schuss Nachdenklichkeit und Melancholie, ist meist lässig, lädt oft aber auch zum Tanzen ein. Eine Lebensweise in Liedern.

 

So entfalten Lüüls Songs musikalische Vielfalt und mitreißenden Charme. Das ist eigenwillig und authentisch, und wird mit Berliner Chuzpe präsentiert. Souverän gelingt Lüül & Band der Spagat zwischen Tiefgang und Humor, Alltags-Wahnsinn und bewegenden Momenten. Das ist vor allem gute Unterhaltung!

 

Lüül: Gesang, Gitarre, Banjo, Ukulele 

Kerstin Kaernbach: Geige, Bratsche, singende Säge, Theremin, Flöte, Gesang 

Arne Neumann: Bass

Rob Cummings: Schlagzeug

 

www.luul.de

Vor oder im Atelier Pest Projekt

(je nach Wetterlage)

 

Sonntag, den 16.10.2022, 15.00 Uhr

 

„Aktuelle Themen zur Zeit“

Jazz-Konzert mit Lesung

 

 

Kurze Zeitungsartikel und aktuelle Meldungen vermischt mit eigenen Gedanken lassen kurze Geschichten entstehen. Was bewegt die Welt zur Zeit? Was macht die aktuelle Lage mit uns – immer noch Corona, immer noch Klimakatastrophe und dazu der Krieg in der Ukraine.

Wie sind wir betroffen und welche Schlüsse ziehen wir für uns daraus? Was können wir tun und was macht uns Hoffnung? Welche Geschichten gibt es über Menschen, die etwas geändert haben? Gibt uns das Mut zur Veränderung und welche Veränderung brauchen wir?

Texte zu Themen, die uns bewegen, auf die wir in der Presse gestoßen sind, Gutes und Schlechtes, Unlogisches, Merkwürdiges und manchmal auch Skurriles, begleitet und eingefügt in ein Jazz-Programm, kurz: ein musikalisches Programm, das mit seinen Geschichten das Ziel hat, am Puls der Zeit zu sein, aktuelle Themen aufzugreifen und vielleicht im unmittelbaren Umfeld Ideen zur Veränderung anzustoßen.

 

Es spielen: Das Trio L.E.M.

Saxophon: Andreas Laux

Gitarre: Philipp van Endert

Kontrabass: Caspar van Meel

 

Es liest: Ira Goyne


Die Aktivitäten im Oktober


ASTRID KIRSCHEY.   

Malerei 2022 

 

Ständige Ausstellung

 

 

www.galerie-kirschey.de

SPIEGELUNG
Neue Druckgrafiken aus der
Reihe "Tradition und Experiment". 

18.09. - 09.10.2022

 

Vernissage:  Sonntag 18.09. um 15 Uhr // bei gutem Wetter draußen

geöffnet:  Do 22.09.2022 von 14 - 18 Uhr // So 25.09. und 02.10.2022 von 14 - 18 Uhr

Die Projektgruppe Druckgrafik Bergisch Land lädt ein: Für die 9. Edition des Druckgrafik-Kalenders 2023 aus der Reihe „Tradition & Experiment“ wurde der Titel „Spiegelung“ gewählt. 

An dem Projekt sind 16 Künstler*innen beteiligt. Ihre individuellen Sichtweisen und Techniken ermöglichen Einblicke in die vielfältigen Facetten und Positionen der Druckkunst. 

Künstler*innen:  Sarah Doerr, Hassan Hashemi, Barbara Held, Carmen Meiswinkel, Marlene Mintert, Maria Pienkowoski, Stephan Preuß, Ulla Riedel, Ulla Schenkel, AnneLi Schröder, Alvar Siefert, Tatiana Stroganowa, Tati Strombach-Becher, Boris von Reibnitz, Stephan Werbeck, Teresa Wojciechowska

 

www.bbkbergischland.de/druckwerkstatt

www.galerie-kirschey.de

Bild links:

Stephan Werbeck, fit for fun, 2022 

 

Bild rechts:

Boris von Reibnitz, Spiegelung, 2022



Sonntag, 02.10.22
15.00 Uhr

Samstag, 15.10.22
19.30 Uhr


CONNY SCHÜSSLER

MALEREI

 

In der 1. Etage im Atelier Behauptungen präsentiere ich dauerhaft meine abstrakte Malerei.

 

Meine Galerie ist geöffnet sonntags von 14 bis 18 Uhr

und nach Vereinbarung.

 

Kontakt:  0176 – 96 21 70 92

 

info@conny-schuessler.de     
    
www.conny-schuessler.de


Marius Fränzel rezitiert 

Goethes Faust.

 

Donnerstag, 06.10.2022, 19 Uhr

 

O! glücklich! wer noch hoffen kann

Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen.

Was man nicht weiß das eben brauchte man,

Und was man weiß kann man nicht brauchen.

 

Eintritt: 15€, ermässigt 7€

Kontakt: Claudia Elsner-Overberg 0170-4938440


Michael Boeck. 
Glasmalerei
03.09. - 30.10.22


geöffnet: Sonntags von 14.00 - 18.00 Uhr

und nach Vereinbarung

www.galerie-maerzhase.de


Gemeinschaftsausstellung

LOST PLACES

 

noch bis zum 31. 10. 22

 

Die Künstler laden Sie herzlich ein!

 

Geöffnet: sonntags 14:00 - 18:00 Uhr


 

STÄDTISCHE ARTOTHEK in den Güterhallen

 

Die Städtische Artothek ist  zu den üblichen Zeiten geöffnet: Mittwoch und Donnerstag 17 bis 19 Uhr

sowie Sonntag 11 bis 12 Uhr. 

www.solingerkuenstler.de/artothek/